Die vordergründige Idee zur Entstehung des RQ im Jahr 1984 ergab sich – etwa seit 1980 – aus der Notwendigkeit, in Liturgie und Chorkonzerten im Zisterzienserstift Rein und im Umfeld des Stiftes (Gratwein, Maria Straßengel, Gratkorn, Frohnleiten, St. Bartholomä) mitzuwirken und sie zu gestalten.
Diese liturgische Tätigkeit begleitet das RQ bis zum heutigen Tag. Bemerkenswert ist dabei, dass diese musikalische Besetzung – also in Form des Streichquartetts auf den Kern reduziert – durchgeführt wird: jede Tuttistimme wird dabei von je einer Stimme des Streichquartetts wahrgenommen. Diese Besetzung ist umso interessanter, als sie der heute so ernst genommenen ‚schlanken Besetzung‘ entspricht, die nach neuesten Forschungen dem ‚Originalklang‘ sehr nahe kommen soll.

Ernstzunehmende musikalische Strömungen haben das RQ stets dazu bewogen, sich mit diesen auch auseinanderzusetzen: Auftritte mit Renaissance- und Barockmusik auf Originalinstrumenten zählen daher ebenso zum Portfolio des Ensembles. Die Positionierung des RQ ist also nicht nur in der Wiedergabe einschlägiger Quartettliteratur zu sehen, sondern auch in der Auseinandersetzung im Blickwinkel auf historische Genauigkeit mit der zur Zeit gehörenden Instrumenten. Selbstverständlich sind diese Aspekte im Blickwinkel des ‚Versuchs‘ zu sehen: Besaitung, Bögen, Adaptieren des Kammertons, Weglassen des Kinnhalters sind jedoch in die Überlegungen des RQ eingeflossen.

Die Brücke im Kanon der vom RQ interpretierten Werke von oben erwähnter ‚Alter Musik‘ über Klassiker der Streichquartettliteratur (Haydn, Mozart, Beethoven) zu Raritäten des Genres sei nachfolgend (auszugsweise) dargestellt:

Bruckner, Anton: Streichquartett c-moll
Birkner, Rudolf: Streichquartett Nr. 2
Arriaga, Juan Chrisostomo de: Streichquartett Nr. 3, Es-dur
Hüttenbrenner, Anselm: Streichquartett c-moll
Weber, Carl Maria von: Klarinettenquintett
Puccini, Giacomo: Crisantemi für Streichquartett
Barber, Samuel: Dover Beach für Bariton und Streichquartett